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Impressum.

1 Einleitung

1.1 Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie

Mit dem vermehrten Einsatz von Antibiotika steigt die Resistenzbildung der zu bekämpfenden Bakterien sei Jahren stetig an. Da die Therapiemöglichkeiten hierdurch eingeschränkt sind, weil bisher genutze Antibiotika nicht mehr oder schlechter wirken, werden diese zunehmend zu einer Herausforderung für das Gesundheitssystem. 2019 starben weltweit mehr als 1,2 Mio. Menschen an Infektionen mit resistenten Bakterienstämmen [1]. Um sich der Thematik auf nationaler Ebene anzunehmen, legte die Bundesregierung bereits im Jahr 2008 ein Konzept für die „Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie“ (DART) vor. Ziel war und bleibt es, die Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen einzudämmen [2]. Sowohl die „DART” als auch die Nachfolgestrategie „DART 2020” aus dem Jahr 2015 wurden durch die Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Bildung und Forschung (BMBF) erarbeitet und vom Bundeskabinett verabschiedet. Im Jahr 2023 verabschiedete das Bundeskabinett die aktuelle „DART 2030”. Mit Hilfe dieser Strategie sollen die Ergebnisse und Schwerpunkte aus der DART 2020 aufgegriffen und weiter vertieft werden. Neben dem BMG, dem BMEL und dem BMBF war diesmal auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beteiligt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) wurde in die Prüfung einbezogen. Zu den Schwerpunkten gehören sowohl die Prävention als auch die weitere Stärkung des sachgerechten Antibiotikaeinsatzes in der Human- und Veterinärmedizin sowie die engere Einbindung des Umweltsektors bei Aktivitäten zur Eindämmung von Antibiotika-Resistenzen. Im Humanbereich wurden weiterhin spezifische Maßnahmen zur Vermeidung von Sepsisfällen und Todesfällen durch Sepsis aufgegriffen. Weiterhin soll insbesondere der ambulante medizinische Sektor verstärkt einbezogen werden, indem eine “Ambulante Antibiotic Stewardship-Strategie” entwickelt wird, die die Besonderheiten und Bedarfe der haus– und kinderärztlichen Versorgung, sowie der ambulanten fachärztlichen und zahnärztlichen Versorgung berücksichtigt [3]. Zusätzlich wurde der 1. Aktionsplan zur DART veröffentlicht, der die zur Erreichung der Ziele zunächst priorisierten Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern beschreibt [4]. Insgesamt behalten die bereits in der DART 2020 definierten sechs Handlungsfelder, die jeweils den „One Health-Ansatz”, also die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt berücksichtigen, in der DART 2030 weiterhin ihre Gültigkeit:

  1. Prävention
  2. Surveillance und Monitoring
  3. Sachgerechter Antibiotikaeinsatz inklusive Labordiagnostik
  4. Kommunikation und Kooperation
  5. Europäische und internationale Zusammenarbeit
  6. Forschung und Entwicklung [3]

Der vorliegende Bericht soll insbesondere im Handlungsfeld 2 die Situation in Brandenburg hinsichtlich der meldepflichtigen Erreger mit bestimmten Resistenzen in den Jahren 2013-2023 zusammenfassen und zusätzlich brandenburgspezifische Daten aus dem nationalen ARS-Surveillance System präsentieren.

1.2 Meldedaten nach Infektionsschutzgesetz

1.2.1 Gesetzesgrundlage und Referenzdefinition/Falldefinition

Zu den verwendeten Daten gehören Einzelfallmeldungen nach §7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), die aus den 18 Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg an die zentrale Landesmeldestelle am Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) in den Jahren 2013-2023 übermittelt wurden. Nach §7 IfSG ist der direkte Nachweis der dort genannten Krankheitserreger meldepflichtig. Dazu zählen Methicillin-resistente Stämme des Staphylococcus aureus (MRSA) bei Nachweis im Blut oder Liquor (seit 2009) sowie Enterobacterales und Acinetobacter spp. bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante (Carbapenemase-Enzym) oder mit verminderter Empfindlichkeit gegenüber Carbapenemen (seit 2016). Die Meldepflicht der Carbapenem-nichtempfindlichen Erreger umfasst sowohl Infektionen als auch Kolonisationen/Besiedelungen. Dementsprechend sind Screeningproben mit enthalten.

Für die bundesweite Vergleichbarkeit der Meldedaten werden vom Robert Koch-Institut (RKI) erarbeitete Falldefinitionen angewendet. Diese legen fest, aufgrund welcher Kriterien Fälle von den Gesundheitsämtern an die Landesmeldestellen und das RKI übermittlungspflichtig sind. Sie orientieren sich an den drei Evidenztypen „Klinisches Bild“, „Labordiagnostischer Nachweis“ und „Epidemiologische Bestätigung“ und werden in fünf verschiedene Falldefinitionskategorien klassifiziert:

A. Klinisch diagnostizierte Erkrankung, d.h. ohne Labornachweis und ohne epidemiologische Bestätigung

B. Klinisch-epidemiologisch bestätigte Erkrankung, d.h. klinisch diagnostizierte Erkrankung ohne Labornachweis aber mit epidemiologischer Bestätigung

C. Klinisch diagnostizierte und durch Labornachweis bestätigte Erkrankung

D. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild (z. B. asymptomatische Infektion, Kolonisationen)

E. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei unbekanntem klinischen Bild (nicht ermittelbare oder nicht erhobene Angaben zum klinischen Bild) [5]

Durch das RKI ist für jede Erkrankung festgelegt, welche der fünf Falldefinitionskategorien zur Erfüllung der Referenzdefinition eines Falles herangezogen werden müssen, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Für MRSA, Acinetobacter spp. und Enterobacterales erfüllen Fälle nach Falldefinitionskategorie C, D und E die Referenzdefinition. Die Auswertungen in diesem Bericht beziehen sich (analog zur Berichterstattung des RKI) ausschließlich auf Fälle, welche die Referenzdefinition erfüllen.

Es ist zu beachten, dass aufgrund der Falldefinitionen des RKI für alle drei Erreger mehrere Episoden (Fristen: bei MRSA 2 Wochen, bei Enterobacterales und Acinetobacter spp. 3 Monate außerhalb des Krankenhauses) bei derselben Person meldepflichtig sind. Dementsprechend sind die gemeldeten Fallzahlen nicht mit Neuerkrankungen gleichzusetzen. Ebenso wurden aus diesem Grund keine Kennzahlen berechnet, welche die Gesamtheit aller Erkrankten mit der jeweiligen Erkrankung beinhalten.

1.2.2 Wohnortprinzip

Nach IfSG §9 (4) Satz 1 müssen Fälle dem Gesundheitsamt gemeldet werden, in dessen Landkreis bzw. kreisfreier Stadt sich die betroffene Person derzeit aufhält oder zuletzt aufhielt (Wohnortprinzip). Wenn dem meldenden Labor bei meldepflichtigen Nachweisen von Krankheitserregern nach §7 IfSG keine Angaben zum Aufenthalt der betroffenen Person vorliegen, hat die Meldung an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Landkreis bzw. kreisfreier Stadt der Arzt, der die Probe eingesandt und die Untersuchung angefordert hat (Einsender), seinen Sitz hat (§9 (4) Satz 3). Bei hospitalisierten Personen entspricht dies i. d. R. dem Standort des Krankenhauses. Einen Rückschluss auf die entsprechenden Kliniken, in denen die Patienten/-innen hospitalisiert waren, lassen die Daten jedoch nicht zu. Sofern das Gesundheitsamt des Wohnortes und das Gesundheitsamt des Einsenders beide in Brandenburg liegen, gehen alle Meldefälle in die Brandenburger Statistik ein. Befindet sich das Gesundheitsamt des Einsenders jedoch in einem anderen Bundesland und es erfolgt entgegen §9 (5) IfSG kein Informationsaustausch mit dem Gesundheitsamt des Wohnortes (in Brandenburg), kann es zu einer Untererfassung kommen.

1.3 Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) - Brandenburg

1.3.1 Hintergrund

Neben den Meldedaten nach IfSG wurden Daten aus der Antibiotika-Resistenz-Surveillance in Deutschland (ARS) in diesen Bericht mit einbezogen. Bei ARS handelt es sich um eine Infrastruktur für eine flächendeckende Surveillance der Antibiotika-Resistenz die am RKI sowohl für die stationäre Krankenversorgung als auch den Sektor der ambulanten Versorgung etabliert wurde. Teilnehmer sind Labore, die Proben aus medizinischen Versorgungseinrichtungen und Arztpraxen mikrobiologisch untersuchen. Die Teilnahme an ARS ist dabei freiwillig. Die für das gesamte Bundesgebiet erfassten Daten fließen zum einen in internationale Surveillancesysteme zur Antibiotikaresistenz wie dem European Antimicrobial Resistance Surveillance Network (EARS-Net) des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) sowie dem Global Antimicrobial Resistance Surveillance System (GLASS) der Weltgesundheitsorganistation (WHO) ein [6]. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Auswertungen auf Bundeslandebene vorzunehmen. Hierfür werden dem LAVG die Daten aus Brandenburg in einem sogenannten “Data Cube” zur Verfügung gestellt. Für das Berichtsjahr 2023 liegen Daten von 34 (Fach-)Krankenhäusern aus den Bereichen der Grund-, Regel-, Schwerpunkt- und Maximalversorgung vor; dies entspricht einer Abdeckung von 63,0 Prozent (Anteil von Krankenhäusern in ARS-Brandenburg an allen Krankenhäusern laut Krankenhausstatistik in Prozent). Seit 2019 stieg die Beteiligung an ARS-Brandenburg im stationären Bereich deutlich an (Abbildung 1). In der ambulanten Versorgung beinhaltet ARS-Brandenburg im Jahr 2023 Daten aus 1069 Arztpraxen und deckt damit 45,1 Prozent der ambulanten Versorgung ab (ohne psychologisch-psychotherapeutische Praxen)(Abbildung 1) [7]. Über den Zeitraum 2019-2023 haben 459 Einrichtungen (13 Krankenhäuser, 446 Arztpraxen) kontinuierlich an ARS-Brandenburg teilgenommen.

Abbildung 1: Anteil teilnehmender Einrichtungen an ARS-Brandenburg nach Jahr und Versorgungsbereich


1.3.2 Methodik der Datenauswertung in ARS-Brandenburg

Bei der Auswertung wurden anhand der Empfehlungen des RKI die folgenden Aspekte berücksichtigt [8] und in Abbildung 2 grafisch zusammengefasst.

Um möglichst gut die Erreger- und Resistenzsituation von klinischen Proben abzuschätzen, wurden in den vorliegenden Analysen Screening-Proben ausgeschlossen. Screenings dienen der aktiven Suche nach vorhandenen Erregern, um ggf. gezielte hygienische Maßnahmen vorzunehmen und somit würde die Einbeziehung dieser Proben zu einer Überschätzung der Resistenzanteile führen. Zusätzlich zu den eindeutig als Screenings bezeichneten Proben wurden Erregernachweise aus folgenden Materialien als Screenings behandelt und somit ausgeschlossen:

  • Staphylococcus aureus aus Nasen-, Nasen/Rachenabstrichen
  • Enterokokken, Enterobacterales aus Analabstrichen und Stuhlproben, sofern es keine darmpathogenen Escherichia coli, Salmonellen, Shigellen und Yersinien sind.

Es erfolgte eine sogenannte Copystrain-Bereinigung. Darunter ist zu verstehen, dass je Patient nur das Erstisolat (bzw. der Ersterreger bei der Erregerstatistik) innerhalb des Analysezeitraums in die Auswertung einbezogen wurde. Eine Verzerrung durch wiederholte Nachweise desselben Erregers pro Patient wurde dadurch vermieden.

Für die Auswertung zu den Erregerhäufigkeiten erfolgte eine Einschränkung auf Bakterien. Zudem wurden nur Einrichtungen berücksichtigt, deren Daten vollständig für das gesamte Jahr vorlagen. Es wurden die häufigsten Erreger (unabhängig von ihren Resistenzeigenschaften) für das Jahr 2023 und ihr Anteil an allen Isolaten im Jahr 2023 bestimmt. Für ausgewählte Erreger wurde zusätzlich die Entwicklung der Anteile über die letzten Jahre berechnet. Für diese Analyse wurden nur Einrichtungen mit kontinuierlicher Teilnahme an ARS-Brandenburg berücksichtigt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Schwankungen in den Werten nicht durch neu hinzukommende oder wegfallende Einrichtungen hervorgerufen werden.

Bei der Auswertung der Resistenzentwicklung wurden nur Resistenzanteile berechnet, wenn für die betrachtete Erreger-Wirkstoff-Kombination Ergebnisse für mindestens 50 Isolate vorlagen. Für Auswertungen im zeitlichen Verlauf wurde ebenfalls die kontinuierliche Teilnahme der Einsender (Krankenhäuser und Arztpraxen) vorausgesetzt, um saisonale Schwankungen auszuschließen.


Ausschlusskriterien bei der Datenauswertung in ARS-Brandenburg – eine barrierefreie Version finden Sie nachfolgend.

Die Ausschlusskriterien bei der Datenauswertung in ARS-Brandenburg gliedern sich in zwei Hauptbereiche: die Auswertung von Erregerhäufigkeiten bzw. Erregerentwicklung und die Auswertung der Resistenzentwicklung. 1. Auswertung der Erregerhäufigkeiten bzw. Erregerentwicklung: a. Ausschluss von Screeningproben. b. Copy strain-Bereinigung: Ausschluss von mehrfachen Nachweisen desselben Erregers von einem Patienten/einer Patientin innerhalb des Analysezeitraums. c. Ausschluss von Erregern anderer Taxonomien als Bakterien. d. Ausschluss von Daten aus Einrichtungen, deren Daten nicht vollständig für das jeweilige Jahr vorliegen. 2. Auswertung Resistenzentwicklung: a. Copy strain-Bereinigung: Ausschluss von mehrfachen Tests desselben Erregers von einem Patienten/einer Patientin innerhalb des Analysezeitraums. b. Ausschluss von Daten aus Einrichtungen, die nicht kontinuierlich im Auswertezeitraum teilgenommen haben. c. Ausschluss von Ergebnissen, die auf weniger als 50 Isolaten je Erreger-Wirkstoff-Kombination beruhen.

1.3.3 Interaktive Darstellung der Daten aus ARS-Brandenburg

Die Daten aus ARS-Brandenburg werden in interaktiven Grafiken präsentiert. Hierbei können durch den Nutzer bzw. die Nutzerin bestimmte voreingestellte Auswahloptionen verwendet werden. In einem Auswahlmenü kann die Darstellung nach Untersuchungsmaterial bzw. dem Versorgungssektor spezifiziert werden (z.B. alle Ergebnisse aus allen Untersuchungsmaterialien im stationären Sektor). Zudem wurden spezifische Ergebnisse für einzelne Materialien voreingestellt (z.B. alle Nachweise aus Blutkultur oder Resistenzanteile in Nachweisen aus Wundabstrichen, hierbei dann ohne Einschränkung auf den Versorgungssektor). Bei den Grafiken zur Resistenzentwicklung einzelner Erreger, kann in der Legende (rechts) der jeweilige Wirkstoff angeklickt werden. Es können außerdem mehrere Wirkstoffe gleichzeitig ausgewählt werden.

1.4 Rolle der SARS-CoV-2-Pandemie

Mitte Februar 2020 traten in Brandenburg die ersten gemeldeten Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus Type 2 (SARS-CoV-2)-Infektionen auf. Im März 2020 wurden daraufhin bundesweit Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie getroffen. Sowohl die Pandemie als auch die damit verbundenen Maßnahmen haben sich auch auf das Auftreten und die Erfassung der anderen meldepflichtigen Infektionskrankheiten vor allem in den Jahren 2020 bis 2022 ausgewirkt. Dabei kam es sowohl zu einem Rückgang der Einzelfallzahlen als auch der nosokomialen Ausbrüche [9]. Die Auswirkungen auf Erreger mit bestimmten Resistenzen und deren Entwicklungen im Jahr 2023, dem ersten postpandemischen Jahr ohne gesonderte Maßnahmen, werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

2 Häufige Erreger in ARS-Brandenburg im Jahr 2023

Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich war E. coli der am häufigsten nachgewiesene Erreger, gefolgt von S. aureus und E. faecalis (Abbildung 3). Diese Ergebnisse decken sich mit den Daten aus ARS-Deutschland [10]. In Blutkultur-Isolaten stellte S. epidermis mit 22 % im Jahr 2023 den am häufigsten nachgewiesenen Erreger in Erstisolaten dar. Dabei ist zu beachten, dass S. epidermis wie u.a. auch S. hominis und S. capitis zu den koagulase-negativen Staphylokokken (KNS) gehört, welche häufig Bestandteil der normalen Hautflora sind. Daher könnte der Nachweis dieser Erreger auch auf eine Kontamination der Blutproben bei der Entnahme hinweisen. In einer Sensitivitätsanalyse (Filter: Blutkultur_ohne_KNS) wurden daher Erreger aus der Gruppe der KNS (sowie Viridans-Streptokokken oder andere Erreger der Hautflora) ausgeschlossen. In dieser Analyse zeigten sich E. coli sowie S. aureus als auch K. pneumoniae als die häufigsten Erreger. In ARS-Deutschland wurde ebenfalls S. epidermis mit knapp 19,7 % als häufigster Erreger nachgewiesen. Auch hier führt der Ausschluss von Erregern der Hautflora (analog zur Sensitivitätsanalyse) zu E. coli, S. aureus und K. pneumoniae als häufigste Erreger in Blutkulturen im stationären Bereich [10].

Abbildung 3: Anteile (in %) der 10 häufigsten Erreger an allen Erregernachweisen im Jahr 2023 in ARS-Brandenburg nach Material bzw. Setting


Die vorangegange Analyse der Erregerhäufigkeiten hat gezeigt, dass einzelne Erreger häufiger nachgewiesen werden und daher insgesamt von erhöhter Bedeutung im krankenhaushygienischen Kontext sind. Zudem besteht für einige dieser Vertreter eine Meldepflicht nach IfSG. Die folgenden Kapitel sollen nun ausgewählte Erreger näher betrachten und dabei auf ihre Häufigkeitsentwicklung in den letzten Jahren sowie auf ihre Resistenzentwicklung eingehen.

3 Staphylococcus aureus

3.1 Hintergrund

Beim Staphylococcus aureus (S. aureus) handelt es sich um einen grampositives Bakterium, das die Haut des Menschen und auch die Schleimhäute des Oropharynx besiedeln kann. Problematisch sind die durch S. aureus verursachten Infektionen der Haut und Weichteile und postoperative Wundinfektionen sowie Septikämien, insbesondere bei bestehender Antibiotikaresistenz. Beim Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) sind ausschließlich invasive Infektionen mit Erregernachweis in Blut oder Liquor meldepflichtig, lokale MRSA-Infektionen (z. B. Wundinfektionen) sowie reine Besiedlungen (Kolonisationen) dagegen nicht.
Die Methicillinresistenz ist bedingt durch die Bildung eines zusätzlichen Penicillinbindeproteins (PBP2a), kodiert durch das mecA-Gen [11]. Penicillinbindeproteine spielen eine wichtige Rolle für den Aufbau der Zellwand bei Bakterien. Werden diese durch Antibiotika blockiert, wird auch die Zellteilung (Proliferation) und damit die Vermehrung der Bakterien gehemmt. Das PBP2a weist nur eine geringe Affinität für Beta-Laktam-Antibiotika auf, sodass diese Wirkstoffe nicht binden können und somit die Zellprolifertaion nicht behindert wird [11]. Dementsprechend kommt es beim MRSA neben der Methicillinresistenz auch zu einer Kreuzresistenz gegenüber anderen Vertretern der Beta-Laktam-Antibiotika [11]. Aufgrund dieser Eigenschaften und einer damit verbunden global hohen Morbidität und Mortalität sowie daraus resultierenden hohen Gesundheitskosten hat die WHO den MRSA als Pathogen mit hoher Priorität eingestuft [12].

3.2 Entwicklung der Gesamtzahlen von MRSA-Meldefällen in den letzten 10 Jahren

In Abbildung 4 ist die Verteilung der MRSA-Meldefälle (nachgewiesen in Blut oder Liquor) über die letzten 10 Jahre dargestellt. Insgesamt ist ein Rückgang der Zahlen zu verzeichnen von über 100 Fällen pro Jahr (2013-2017) auf ca. 30 Fälle in den Jahren 2020-2023.

Abbildung 4: Anzahl an MRSA-Meldungen in Brandenburg nach Jahr



Abbildung 5: Anzahl an MRSA-Meldungen pro 100.000 Einwohner/-innen nach Jahr in Brandenburg und Deutschland, Robert Koch-Institut: 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 10.10.2025


Auch die bundesweiten Zahlen sind rückläufig mit 5,42 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen im Jahr 2013 auf 1,23 Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen im Jahr 2022 (Abbildung 5). Während die Brandenburger Fallzahlen zunächst über den deutschlandweiten Zahlen lagen (mit 6,31 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen im Jahr 2014), waren sie seit 2020 auf einem ähnlichen niedrigen Niveau von (1,24 pro 100.000 Einwohner/-innen im Jahr 2023).

3.3 Charakterisierung der Population von MRSA-Meldefällen

Die Personen waren mehrheitlich männlich und das mediane Alter lag außer im Jahr 2021 (69 Jahre) bei 75-76 Jahren (Tabelle 1). Die Personen mit einer MRSA-Infektion oder -Kolonisation waren mehrheitlich hospitalisiert. Im Jahr 2023 wurde ein Todesfall übermittelt. Dabei ist zu beachten, dass MRSA nicht die Ursache für den Tod sein muss, da die Personen häufig weitere Grunderkrankungen haben und somit die Todesursache für das behandelnde ärztliche Personal nicht immer eindeutig abzugrenzen ist [13]. Der Nachweis erfolgte über die Jahre vorrangig im Blut und nur vereinzelt im Liquor.

Tabelle 1: Deskription der Population von MRSA-Meldefällen in Brandenburg in den Jahren 2019-2023

Jahr

2019

2020

2021

2022

2023

Geschlecht

männlich

44 (74,6%)

18 (64,3%)

28 (90,3%)

21 (70,0%)

24 (77,4%)

weiblich

15 (25,4%)

10 (35,7%)

3 (9,7%)

9 (30,0%)

7 (22,6%)

Alter in Jahren

Median

76,0

76,0

69,0

75,0

75,0

IQR

17,0

13,0

19,0

17,8

19,0

Alterskategorie in Jahren

<60

10 (16,9%)

3 (10,7%)

8 (25,8%)

3 (10,0%)

5 (16,1%)

60-79

30 (50,8%)

17 (60,7%)

13 (41,9%)

14 (46,7%)

14 (45,2%)

80+

19 (32,2%)

8 (28,6%)

10 (32,3%)

13 (43,3%)

12 (38,7%)

hospitalisiert

Ja

56 (94,9%)

28 (100,0%)

29 (93,5%)

28 (93,3%)

31 (100,0%)

Nein

3 (5,1%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

ohne Angabe

0 (0%)

0 (0%)

2 (6,5%)

2 (6,7%)

0 (0%)

verstorben

Ja

10 (16,9%)

4 (14,3%)

4 (12,9%)

10 (33,3%)

1 (3,2%)

Nein

49 (83,1%)

24 (85,7%)

27 (87,1%)

20 (66,7%)

30 (96,8%)

Todesursache

an der gemeldeten Krankheit

6 (10,2%)

2 (7,1%)

0 (0%)

4 (13,3%)

1 (3,2%)

aufgrund anderer Ursache

4 (6,8%)

2 (7,1%)

4 (12,9%)

5 (16,7%)

0 (0%)

nicht verstorben

49 (83,1%)

24 (85,7%)

27 (87,1%)

20 (66,7%)

30 (96,8%)

ohne Angabe

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

1 (3,3%)

0 (0%)

Nachweis

Blut

58 (98,3%)

27 (96,4%)

31 (100,0%)

30 (100,0%)

31 (100,0%)

Liquor

1 (1,7%)

1 (3,6%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

Interquartilsabstand (IQR) als Maß der Streuung. Dargestellt sind absolute Fallzahlen (prozentualer Anteil).


3.4 Darstellung der Anzahl der MRSA-Meldefälle nach Region

Im Land Brandenburg sind regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten zu verzeichnen (Abbildung 6). So hatten der Landkreis Oberhavel mit 4,57 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen, die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel (2,71 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen) sowie der Landkreis Barnim (2,07 Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen) die meisten Fälle im Verhältnis zur Zahl der Einwohner/-innen.

Abbildung 6: MRSA-Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen nach Landkreis/ Kreisfreier Stadt in Brandenburg im Jahr 2023

3.5 Darstellung der MRSA-Meldefälle nach Geschlecht, Alter und Schweregrad

Die Verteilung der MRSA-Meldungen nach den Merkmalen Altersgruppe und Geschlecht (A) sowie die Hospitalisierungen und Todesfälle (B) im Jahr 2023 sind in Abbildung 7 dargestellt. Bei den Männern sind alle Altersgruppen betroffen, während bei den Frauen lediglich Personen ab 60 Jahren gemeldet wurden. Wie bereits die Tabelle 1 zeigt, waren die Personen alle hospitalisiert und es gab einen Todesfall. Der hohe Anteil an hospitalisierten Fällen ist damit zu begründen, dass die Diagnosen meist im Zusammenhang mit einem stationären Aufenthalt gestellt werden.

Abbildung 7: Anzahl an MRSA-Meldungen in Brandenburg nach Alter und Geschlecht (A) sowie Anzahl der hospitalisierten Fälle bzw. Todesfälle im Vergleich zu allen Meldefällen mit MRSA (B) im Jahr 2023

3.6 Entwicklung der S. aureus-Nachweise in ARS-Brandenburg

In Abbildung 8 ist die Entwicklung der S. aureus-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen dargestellt. Die Anteile an allen Nachweisen liegen in den letzten 5 Jahren stabil zwischen 7-8 %.

Abbildung 8: Anteile von S. aureus an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

3.7 Resistenzentwicklung der S. aureus-Isolate in ARS-Brandenburg

In Abbildung 9 wird die Resistenzentwicklung der S. aureus-Isolate in ARS-Brandenburg nach Material bzw. Setting dargestellt. Im Folgenden werden nur einige der Ergebnisse zu einzelnen Wirkstoffen aufgeführt. In den Isolaten im stationären Bereich zeigte sich ein Rückgang des Anteils der Isolate mit Gentamycin- und Oxacillinresistenz seit 2021 bzw. 2022. Die Isolatanteile mit Levofloxacinresistenz waren ebenfalls zunächst rückläufig, im Jahr 2023 war jedoch ein erneuter Anstieg zu verzeichnen. Im ambulanten Sektor zeigte sich für Isolate mit Clindamycin- bzw. Erythromycinresistenz eine Zunahme der Anteile, während für Levofloxacin bzw. Gentamycin ein Rückgang zu beobachten war. In Blutkulturen war im Jahr 2023 eine Abnahme der Isolate mit Oxacillinresistenz zu verzeichnen. Für Isolate mit Tetracyclinresistenz zeigte sich im Jahr 2022 eine deutliche Zunahme, jedoch fiel der Anteil im Jahr 2023 wieder auf das Niveau der Vorjahre bzw. sogar darunter. Bezüglich weiterer Wirkstoffe wie Daptomycin, Linezolid, Teicoplanin und Mupirocin zeigten die Isolate aus ARS-Brandenburg eine hohe Sensibilität.

Abbildung 9: Resistenzanteile von S. aureus gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

3.8 Einordnung und Diskussion der Ergebnisse

Die MRSA-Meldungen sind in Brandenburg rückläufig. Dabei ist zu beachten, dass beim MRSA nur invasive Infektionen mit Erregernachweis in Blut oder Liquor meldepflichtig sind. Lokale MRSA-Infektionen und Kolonisationen sind nicht meldepflichtig und daher in den dargestellten Daten nicht enthalten. Damit stellen die invasiven Infektionen nur einen Teil aller MRSA-Fälle dar. Auch die Ergebnisse aus ARS-Brandenburg zeigen einen Rückgang der Isolate mit Oxacillinresistenz sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich. Da in diesen Daten nicht nur invasive Infektionen (Blutkulturen) sondern auch weitere Materialien berücksichtigt werden, bieten diese eine gute Ergänzung zu den Meldedaten selbst. Die deutschlandweiten Meldedaten sowie die Ergebnisse aus ARS Deutschland stehen im Einklang mit den Brandenburger Ergebnissen und beschreiben einen Rückgang an MRSA-Isolaten im stationären und ambulanten Bereich, deren Anteil sich ebenso in den letzten Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau zu bewegen scheint [14]. Damit gehört Deutschland mit 4,4 % in 2023 (Brandenburg: 2,5 % in Blutkultur) auch im Europavergleich zu den Ländern mit den niedrigsten Resistenzanteilen (Abbildung 10) [15]. Im “ECDC Surveillance Atlas of Infectious Diseases” werden nur invasive Isolate berücksichtigt [15]. Dabei zeigte sich ein Nord-Süd/Ost-Gefälle, wobei in Ländern wie Rumänien (2023: 39,4 %) und Griechenland (2023: 41,2 %) die höchsten Anteile berichtet werden [15].  

Abbildung 10: Resistenzanteile von S. aureus gegenüber Methicillin in Blutkultur in ARS-Brandenburg bzw. Deutschland und Europa im Jahr 2023

Trotz steigender Screeningfrequenz in der stationären Versorgung zeigte sich auch in den MRSA-KISS-Daten (Bei KISS handelt es sich um ein Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) mit welchem systematisch hygienebezogene Daten in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen erfasst und dokumentiert werden können) ein Rückgang der MRSA-Fälle (Infektionen und Kolonisationen) [16]. Die sinkenden Zahlen von MRSA und dadurch verursachte Blutstrominfektionen in Europa gehen damit einher [17]. Als mögliche Ursachen werden eine geringere biologische Fitness (d.h. eine schlechtere Anpassungsfähigkeit und damit schlechtere Vermehrung) von MRSA im Vergleich zu sensiblen S. aureus Stämmen [18] sowie ein angepasstes Antibiotikaanwendungsverhalten [19] diskutiert [16]. Aber auch Präventionsmaßnahmen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, wie die Isolation und Dekolonisierung von MRSA-Patienten/-innen sowie verbesserte Basis- und Händehygiene, könnten einen Beitrag geleistet haben [16, 20].
Auch wenn in 2020 ein Rückgang um 31 Meldefälle (52,5 %) im Vergleich zu 2019 zu beobachten war, so blieben die Zahlen auch in 2023 auf demselben niedrigen Niveau (vgl. Abbildung 4). Demnach kam es nach der SARS-CoV-2-Pandemie nicht wieder zu einem Anstieg auf das präpandemische Niveau.
Es zeigen sich Alters- und Geschlechtsunterschiede in den Brandenburger Meldedaten, die insbesondere Männer ab 60 Jahren als Risikogruppe herausstellen. Die zugrundeliegenden Meldedaten lassen dabei wenig Rückschlüsse auf mögliche Ursachen für die beobachteten Geschlechtsunterschiede zu, da nur wenige Kovariablen verfügbar sind. Allerdings zeigen auch andere nationale [21] und internationale Studien [22] eine ungleiche Betroffenheit zwischen Männern und Frauen. Ein potentieller Risikofaktor könnte hierbei eine unterschiedliche Compliance bei der Händehygiene sein [22]. Zudem werden auch hormonelle Unterschiede diskutiert [22]. So wurde beobachtet, dass Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva einnehmen, höhere Besiedlungsraten von S. aureus aufwiesen als Frauen ohne Hormoneinnahmen [23, 24]. Das Alter stellt einen weiteren Risikofaktor dar, der mit einer höheren Hospitalisierungsrate und einer daraus resultierenden höheren Besiedlungsrate einhergehen könnte [21].


4 Gramnegative Erreger

4.1 Hintergrund

Enterobacterales sind eine Gruppe gramnegativer Bakterien, deren Gattungen teilweise zur natürlichen Darmflora gehören [25]. Bei der Ausbreitung in andere Areale des Körpers können sie zu Pathogenen (Krankheitserregern) werden und eine Vielzahl von Infektionen auslösen, deren Therapie insbesondere bei bestehender Resistenz gegen bestimmte Antibiotika erschwert sein kann [25]. Sowohl Besiedelungen als auch Infektionen durch Enterobacterales mit bestimmten Resistenzen gegenüber Carbapenemen sind dabei gesetzlich meldepflichtig. Bekannte Vertreter der Enterobacterales, die auch im Kontext nosokomialer Infektionen und Besiedlungen eine wichtige Rolle spielen sind z.B. Escherichia coli oder Klebsiella pneumoniae. Die Bakterienspezies E. coli besiedelt natürlicherweise den menschlichen Verdauungstrakt, ist aber auch in der Lage, unter bestimmten Bedingungen (z.B. bei Fehlbesiedlung oder bei immungeschwächten Menschen) Infektionen auszulösen (dazu zählen insbesondere Harnwegs- und Magen-/Darminfekte, Wund- und Atemwegsinfektionen, in selteneren Fällen auch Blutstrominfektionen (Sepsis)) [25]. Die Gattung der Klebsiellen findet sich beispielsweise im Erdreich, im Wasser und auf Pflanzen, kann aber auch den Darm oder die oberen Atemwege beim Menschen besiedeln [25]. Zu den Infektionen, die durch die Spezies K. pneumoniae hervorgerufen werden können, zählt die Sepsis, die nosokomial erworbene Lungenentzündung aber auch Harnwegsinfekte und schwere Weichteilinfektionen. Von besonderer Bedeutung ist die Multiresistenz einzelner K. pneumoniae-Stämme, bei der eine Unempfindlichkeit gegenüber mehreren Antibiotikaklassen besteht, sodass die Behandlungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt sind [25].

Ebenfalls zu den gramnegativen Bakterien gehören die Acinetobacter spp. Als Umweltkeime kommen sie vor allem im Wasser (im Abwasser und bei Verunreinigungen auch im Trinkwasser) sowie im Erdreich vor. Sie sind von klinischer Bedeutung, da sie häufig die Haut des Menschen besiedeln, aber auch schwere Infektionen wie z. B. beatmungsassoziierte Pneumonien, Hautinfektionen und katheterassoziierte Blutstrominfektionen auslösen können. Die wichtigsten klinisch relevanten Spezies in Deutschland sind A. baumannii, A. pittii und A. nosocomialis [26]. Die Differenzierung der Spezies im kulturellen Nachweis gestaltet sich jedoch schwierig, sodass der Befund häufig nur eine Eingrenzung auf den sogenannten A.-calcoaceticus-A.-baumannii-Komplex (ACB-Komplex) zulässt [27]. Zu diesem gehören die Spezies A. baumannii, A. calcoaceticus, A. pittii sowie A. nosocomialis [26]. Seit 2019 sind nicht mehr nur Acinetobacter, die zum ACB-Komplex gehören, meldepflichtig, sondern alle Acinetobacter spp.-Nachweise (Infektionen und Kolonisationen). Carbapenem-resistente A. baumannii und Enterobacterales wurden durch die WHO als Pathogene mit “kritischer” also höchster Priorität eingestuft, was die Notwendigkeit zur Erforschung weiterer wirksamer Antibiotika unterstreicht [12].

Ein weiterer gramnegativer Erreger, der zwar in Brandenburg (im Gegensatz zu Sachsen) nicht als Einzelfall meldepflichtig ist, aber dennoch eine hohe Relevanz für die Krankenhaushygiene besitzt, ist der Pseudomonas aeruginosa. Beim P. aeruginosa handelt es sich um einen fakultativ-pathogenen Krankheitserreger mit hoher natürlicher Antibiotikaresistenz. Als ubiquitär verbreitetes Umweltbakterium, das als natürlicher Bewohner im feuchten Milieu vorkommt, zeichnet sich P. aeruginosa durch Eigenschaften wie geringe Nährstoffansprüche, Wachstum in einem breiten Temperaturbereich sowie die Fähigkeit zur Biofilmbildung aus und ist dadurch in der Lage, sowohl in wasserführenden Systemen als auch in destilliertem Wasser zu überleben und sich zu vermehren [28]. P. aeruginosa ist als Erreger nosokomialer Infektionen wie Harnwegsinfektionen, Pneumonien oder Blutstrominfektionen sowohl in medizinischen Einrichtungen aber auch im ambulanten Bereich von Bedeutung [29]. Bei letzterem spielen z.B. Gehörgangsentzündungen sowie chronische Wundinfektionen eine Rolle [29]. Durch seine gute Anpassungsfähigkeit und natürliche Resistenz gegenüber einer Vielzahl von Antibiotika sind nosokomiale Infektionen und chronische Wundinfektionen nur schwer behandelbar, was die Bedeutung dieses Erregers unterstricht [25, 30]. Carbapenem-resistente P. aeruginosa wurden durch die WHO als Pathogene mit hoher Priorität eingestuft, was auch hier auf die Notwendigkeit zur Erforschung weiterer wirksamer Antibiotika hinweist [12].

Wie bereits beschrieben spielt bei allen beschriebenen gram-negativen Erregern die Resistenz gegenüber Carbapenemen eine wichtige Rolle. Diese Wirkstoffgruppe kommt insbesondere im nosokomialen Kontext als Reserveantibiotika aus der Klasse der Beta-Laktam-Antibiotika zum Einsatz, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken. Daher ist eine steigende Resistenzentwicklung gegenüber diesen Wirkstoffen von besonderer Bedeutung. Es existieren verschiedene Mechanismen, die zu einer Resistenz gegenüber Carbapenemen führen können [31]. So kann die Zellwanddurchlässigkeit der Bakterien herabgesetzt sein, sodass der Wirkstoff nicht oder nur in geringerer Konzentration in die Zelle gelangen kann. Gleichzeitig können sogenannte Efflux-Pumpen den Wirkstoff aktiv wieder aus der Zelle hinausschleusen [31]. Ein weiterer wichtiger Resistenzmechanismus stellt die Bildung sogenannter Carbapenemasen dar [31]. Carbapenemasen gehören zu den bakteriellen Enzymen, die neben den Carbapenemen auch einen Großteil der anderen Beta-Lactam-Antibiotika inaktivieren können [32]. Basierend auf der Aminosäuresequenz werden verschiedene Klassen (A, B, D) unterschieden [33]. Zu den Penicillinasen (Serin-Beta-Lactamasen Klasse A) gehören insbesondere die Klebsiella-pneumoniae-Carbapenemase (KPC), aber auch andere Enzyme wie z.B. die Guiana extended-spectrum Beta-Lactamase (GES) [33]. Vertreter der Metallo-Beta-Lactamasen (Klasse B) sind die Verona-Integron-Metallobetalactamase (VIM), die New-Delhi-Metallobetalactamase (NDM) aber auch die Imipenemase (IMP) oder die German Imipenemase (GIM). Die dritte Gruppe sind die Oxacillinasen bzw. OXA-Beta-Lactamasen (OXA) der Klasse D [32], welche in Deutschland die vorherrschende Gruppe darstellt (insbesondere OXA-48) [34].

In der internationalen Literatur gibt es für multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) verschiedene Definitionen. Dabei erfolgt die Eingruppierung nicht auf Basis der Resistenzmechanismen, sondern anhand der Resistenz gegenüber verschiedenen Antibiotikagruppen. Die KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) klassifiziert MRGN nach Anwendung des EUCAST-Systems auf Basis ihrer phänotypischen Resistenzeigenschaften in 3MRGN und 4MRGN [35]. Die Einstufung erfolgt anhand von 4 Antibiotikagruppen: Acylureidopenicilline, Cephalosporine der dritten und vierten Generation, Carbapeneme und Fluorchinolone. 3MRGN sind multiresistente gramnegative Bakterien mit einer Resistenz gegen 3 der 4 Antibiotikagruppen und 4MRGN sind multiresistente gramnegative Bakterien mit einer Resistenz gegen alle 4 Antibiotikagruppen. Bei Vorliegen einer Carbapenemase sollen Erreger unabhängig von den Ergebnissen der phänotypischen Resistenztestung immer als 4MRGN bewertet werden [35]. Als Maßnahme zur Prävention und Verbreitung von MRGN empfiehlt die KRINKO ein risikoadaptiertes Screening auf 4MRGN (z.B. bei Zuweisung aus einem Krankenhaus im Ausland oder bei Kontaktpersonen zu 4MRGN-Trägern) [36].

4.2 Methodik der Datenauswertung der Meldedaten

Bezüglich der Carbapenemasen ist zu beachten, dass je Meldefall mehrere Carbapenemasen vorliegen können. Für die Darstellungen zu der Verteilung der Carbapenemasen wurden die einzelnen Subtypen zu den Obergruppen zusammengefasst (Bsp.: OXA-Beta-Lactamasen OXA-48 und OXA-162 zu “OXA”) und dann pro Jahr aufsummiert. Weiterhin erfolgt nicht in jedem Fall eine Testung auf das Vorliegen einer Carbapenemase, daher kann diesbezüglich eine Untererfassung in den Daten vorliegen. In der Auswertung werden diese Fälle, bei denen keine Testung vorgenommen wurde bzw. keine Angaben dazu verfügbar waren, unter dem Begriff „unbestimmte Carbapenemaseresistenz” berücksichtigt. Speziell zu Beginn der Meldepflicht von Acinetobacter spp. und Enterobacterales im Jahr 2016 erfolgte die Meldung der Fälle nicht immer in der entsprechenden Meldekategorie. So wurden einzelne Fälle als „Weitere bedrohliche Erkrankung” (WBK) gemeldet. Diese Fälle wurden für die vorliegende Auswertung zu den Fällen, die in der vorgesehenen Kategorie gemeldet wurden, addiert.

4.3 Acinetobacter

4.3.1 Entwicklung der Gesamtzahlen von Acinetobacter-Meldefällen seit 2016


Seit Beginn der Meldepflicht für Acinetobacter stiegen die Meldefälle jährlich bis 2017/2018 an. In den Jahren 2020 und 2021 war während der SARS-CoV-2-Pandemie ein leichter Rückgang zu beobachten. Im Jahr 2022, folgend auf die Pandemie, wurden höhere Zahlen gemeldet (n=26), welche im Jahr 2023 wieder leicht zurück gingen (n=21) (Abbildung 11).

Abbildung 11: Anzahl an Acinetobacter-Meldungen in Brandenburg nach Jahr

Abbildung 12: Anzahl an Acinetobacter-Meldungen pro 100.000 Einwohner/-innen nach Jahr in Brandenburg und Deutschland, Robert Koch-Institut: 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 10.10.2025

Während die bundesweiten Fallzahlen pro 100.000 Einwohner/-innen bis 2019 über denen von Brandenburg lagen, liegen sie seit 2020 auf einem ähnlichen Niveau (2023: Deutschland: 0,87 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen, Brandenburg: 0,89 pro 100.000 Einwohner/-innen) (Abbildung 12).

4.3.2 Charakterisierung der Population von Acinetobacter-Meldefällen

Die Verteilung der Acinetobacter-Meldefälle über die Jahre 2019 bis 2023 ist in Tabelle 2 dargestellt. Die Personen waren mehrheitlich männlich und das mediane Alter lag bei 56-71 Jahren. Die Patientinnen und Patienten mit einer Acinetobacter -Kolonisation oder -Infektion waren mehrheitlich hospitalisiert. Sie verstarben selten und wenn dann aufgrund anderer Ursachen. In 2023 erfolgte für knapp die Hälfte aller Fälle keine Testung auf das Vorliegen einer Carbapenemase bzw. wurden keine Angaben dazu getätigt („unbestimmte Carbapenemaseresistenz”), während der Anteil in den Jahren 2019 und 2021 nur bei ca. 35-40 % lag.

Tabelle 2: Deskription der Population an Acinetobacter-Meldefällen in Brandenburg in den Jahren 2019-2023

Jahr

2019

2020

2021

2022

2023

Geschlecht

männlich

14 (82,4%)

9 (69,2%)

8 (80,0%)

16 (61,5%)

16 (76,2%)

weiblich

3 (17,6%)

4 (30,8%)

2 (20,0%)

10 (38,5%)

5 (23,8%)

Alter in Jahren

Median

67,0

64,0

71,0

56,5

68,0

IQR

25,0

38,0

6,5

20,5

20,0

Alterskategorie in Jahren

<60

6 (35,3%)

6 (46,2%)

1 (10,0%)

14 (53,8%)

6 (28,6%)

60-79

9 (52,9%)

6 (46,2%)

9 (90,0%)

11 (42,3%)

12 (57,1%)

80+

2 (11,8%)

1 (7,7%)

0 (0%)

1 (3,8%)

3 (14,3%)

hospitalisiert

Ja

16 (94,1%)

12 (92,3%)

10 (100,0%)

22 (84,6%)

18 (85,7%)

Nein

1 (5,9%)

1 (7,7%)

0 (0%)

2 (7,7%)

2 (9,5%)

ohne Angabe

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

2 (7,7%)

1 (4,8%)

verstorben

Ja

0 (0%)

1 (7,7%)

0 (0%)

4 (15,4%)

0 (0%)

Nein

17 (100,0%)

12 (92,3%)

10 (100,0%)

22 (84,6%)

21 (100,0%)

Todesursache

aufgrund anderer Ursache

0 (0%)

1 (7,7%)

0 (0%)

3 (11,5%)

0 (0%)

nicht verstorben

17 (100,0%)

12 (92,3%)

10 (100,0%)

22 (84,6%)

21 (100,0%)

ohne Angabe

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

1 (3,8%)

0 (0%)

infiziert oder kolonisiert

infiziert

3 (17,6%)

3 (23,1%)

2 (20,0%)

7 (26,9%)

7 (33,3%)

kolonisiert

13 (76,5%)

5 (38,5%)

4 (40,0%)

7 (26,9%)

10 (47,6%)

ohne Angabe

1 (5,9%)

5 (38,5%)

4 (40,0%)

12 (46,2%)

4 (19,0%)

Nachweis einer Carbapenemase

Carbapenemase (-Gen) nachgewiesen

10 (58,8%)

4 (30,8%)

6 (60,0%)

12 (46,2%)

10 (47,6%)

kein(e) Carbapenemase (-Gen) nachgewiesen

1 (5,9%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

1 (4,8%)

unbestimmte Carbapenemaseresistenz

6 (35,3%)

9 (69,2%)

4 (40,0%)

14 (53,8%)

10 (47,6%)

Interquartilsabstand (IQR) als Maß der Streuung. Dargestellt sind absolute Fallzahlen (prozentualer Anteil).

4.3.3 Darstellung der Anzahl der Acinetobacter-Meldefälle nach Region

Es sind regionale Unterschiede zu verzeichnen (Abbildung 13). So wurden im Jahr 2023 aus den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Elbe-Elster mit 2 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen die meisten Fälle gemeldet. In 33 % der Brandenburger Fälle lag eine Auslandsexposition vor (verschiedene Länder aus Afrika, Osteuropa oder Asien).

Abbildung 13: Acinetobacter-Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen nach Landkreis/ Kreisfreier Stadt in Brandenburg im Jahr 2023

4.3.4 Darstellung der Acinetobacter-Meldefälle nach Geschlecht, Alter und Schweregrad

In Abbildung 14 (A) ist die Verteilung der Acinetobacter-Meldungen nach Altersgruppe und Geschlecht im Jahr 2023 veranschaulicht. Bei beiden Geschlechtern stellte die Altersgruppe der 60-79-Jährigen den Hauptanteil der Fälle dar. Die Personen mit einer Acinetobacter -Kolonisation oder -Infektion waren zum Großteil hospitalisiert und es gab keine Todesfälle.

Abbildung 14: Anzahl an Acinetobacter-Meldungen in Brandenburg nach Alter und Geschlecht (A) sowie Anzahl der hospitalisierten Fälle im Vergleich zu allen Meldefällen mit Acinetobacter (ACB) (B) im Jahr 2023

4.3.5 Verteilung der gemeldeten Spezies von Acinetobacter im zeitlichen Verlauf

In Abbildung 15 ist die Verteilung entsprechend der verschiedenen Spezies in den letzten 5 Jahren dargestellt. Acinetobacter baumannii war die am häufigsten angegebene Spezies in den Jahren 2019, 2021 und 2022. Im Jahr 2022 wurde erstmals ein Acinetobacter pittii gemeldet. Nicht alle Fälle wurden auf Speziesebene gemeldet. Die Angaben „Acinetobacter” oder „Acinetobacter-baumannii-Komplex” lassen keine genaue Klassifizierung auf Speziesebene zu und wurden daher nicht mit den anderen Meldefällen zusammengefasst, sondern extra unter dem Begriff ACB-Komplex aufgeführt.

Abbildung 15: Anzahl an Acinetobacter-Meldungen in Brandenburg nach Spezies in den Jahren 2019-2023

4.3.6 Verteilung der gemeldeten Carbapenemasen bei Acinetobacter im zeitlichen Verlauf

In Abbildung 16 sind die verschiedenen Carbapenemasen der Acinetobacter-Meldefälle, bei denen eine Carbapenemase nachgewiesen wurde dargestellt. Am häufigsten wurden Carbapenemasen vom Typ OXA (speziell OXA-23 und OXA-72) gemeldet. Im Jahr 2023 wurde erstmalig eine Carbapenemase vom Typ KPC gemeldet. Es gab 2019 2 Fälle mit einer Doppelcarbapenemase (NDM und OXA) und jeweils einen Fall mit einer Dreifachcarbapenemase in den Jahren 2022 (alle Typ OXA) und 2023 (zweifach OXA und NDM).

Abbildung 16: Anzahl an Acinetobacter-Meldungen in Brandenburg mit Nachweis einer Carbapenemase in den Jahren 2019-2023

4.3.7 Entwicklung der Acinetobacter-Nachweise in ARS-Brandenburg

Abbildung 17 beschreibt die Entwicklung der Acinetobacter-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien. Die Anteile an allen Nachweisen sanken in den letzten 5 Jahren von 0,21 % auf 0,1 % ab. Für Nachweise aus Blutkulturen lagen über die Jahre jeweils weniger als 10 Nachweise vor, sodass diese Ergebnisse nicht dargestellt werden.

Abbildung 17: Anteile von Acinetobacter an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023

4.3.8 Resistenzentwicklung der Acinetobacter-Isolate in ARS-Brandenburg

In Abbildung 18 wird die Resistenzentwicklung der Acinetobacter spp.-Isolate in ARS-Brandenburg beschrieben. Aufgrund der geringen Fallzahlen konnte keine Stratifizierung nach Setting oder Material vorgenommen werden. Auch die auswertbaren Wirkstoffe waren beschränkt. Es zeigte sich eine Zunahme des Anteils der Isolate, die eine Resistenz gegenüber Fluorchinolonen (Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Moxifloxacin) oder Cotrimoxazol aufwiesen.

Abbildung 18: Resistenzanteile von Acinetobacter spp. gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023

4.4 Enterobacterales

4.4.1 Entwicklung der Gesamtzahlen von Enterobacterales-Meldefällen seit 2016

Seit Beginn der Meldepflicht für Enterobacterales im Jahr 2016 stiegen die jährlichen Meldefälle von 50 auf 120 Fälle im Jahr 2019 an (Abbildung 19). Während der SARS-CoV-2-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 war ein Rückgang auf unter 100 Fälle pro Jahr zu beobachten. Seit 2022 stiegen die Zahlen postpandemisch wieder deutlich an. Im Jahr 2023 wurden (n=221) Fälle gemeldet.

Abbildung 19: Anzahl an Enterobacterales-Meldungen in Brandenburg nach Jahr

Abbildung 20: Anzahl an Enterobacterales-Meldungen pro 100.000 Einwohner/-innen nach Jahr in Brandenburg und Deutschland, Robert Koch-Institut: 2.0, https://survstat.rki.de, Abfragedatum: 10.10.2025

Bis 2021 zeigten sich die Brandenburger Fallzahlen pro 100.000 Einwohner/-innen – bei ähnlicher Entwicklung – auf einem leicht niedrigeren Niveau als jene im Bundesvergleich. Seit 2022 näherten sich die Raten allerdings an und im Jahr 2023 lagen die Brandenburger Zahlen erstmals über den deutschlandweiten Zahlen (Brandenburg: 9,88 Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen, Deutschland: 9,16 Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen) (Abbildung 20).

4.4.2 Charakterisierung der Population von Enterobacterales-Meldefällen

Tabelle 3 verdeutlicht die Charakteristika der Enterobacterales (EBC)-Meldefälle in den Jahren 2019 bis 2023. Die Personen waren mehrheitlich männlich. Der Frauenanteil lag im Jahr 2023 bei 31,2 %. Das mediane Alter (Median [IQR]) lag zwischen 64,0 [19,5] Jahren im Jahr 2020 und 72,0 [20,2] Jahren im Jahr 2019. Die Personen waren mehrheitlich hospitalisiert. Im Jahr 2023 sank der Anteil an Meldefällen ohne Angabe zum Status infiziert/ kolonisiert während der Anteil der kolonisierten Fälle anstieg - der Anteil der infizierten Fälle blieb dementsprechend auf einem ähnlichen Niveau zu 2022 (ca. 27 %). In einem der 14 Todesfälle im Jahr 2023 wurde die Infektion mit EBC als Grund angegeben. Auch hier spielt eine Rolle, dass die Patientinnen und Patienten häufig weitere Grunderkrankungen haben, die neben der Besiedlung/ Infektion mit EBC zum Tod führen können. In 2023 erfolgte für ca. 30 % aller Fälle keine Testung auf das Vorliegen einer Carbapenemase bzw. wurden keine Angaben dazu getätigt („unbestimmte Carbapenemaseresistenz”). Dieser Anteil lag im Jahr 2019 noch bei über 50 % lag und ist seitdem stetig gesunken.

Tabelle 3: Deskription der Population an Enterobacterales-Meldefällen in Brandenburg in den Jahren 2019-2023

Jahr

2019

2020

2021

2022

2023

Geschlecht

männlich

79 (65,8%)

47 (63,5%)

62 (68,9%)

94 (58,4%)

152 (68,8%)

weiblich

41 (34,2%)

27 (36,5%)

28 (31,1%)

67 (41,6%)

69 (31,2%)

Alter in Jahren

Median

72,0

64,0

72,0

66,0

68,0

IQR

20,2

19,5

17,0

27,0

17,0

Alterskategorie in Jahren

<60

34 (28,3%)

25 (33,8%)

15 (16,7%)

56 (34,8%)

56 (25,3%)

60-79

62 (51,7%)

37 (50,0%)

50 (55,6%)

64 (39,8%)

127 (57,5%)

80+

24 (20,0%)

12 (16,2%)

25 (27,8%)

41 (25,5%)

38 (17,2%)

hospitalisiert

Ja

104 (86,7%)

61 (82,4%)

80 (88,9%)

145 (90,1%)

203 (91,9%)

Nein

14 (11,7%)

12 (16,2%)

7 (7,8%)

12 (7,5%)

14 (6,3%)

ohne Angabe

2 (1,7%)

1 (1,4%)

3 (3,3%)

4 (2,5%)

4 (1,8%)

verstorben

Ja

11 (9,2%)

5 (6,8%)

7 (7,8%)

13 (8,1%)

14 (6,3%)

Nein

109 (90,8%)

66 (89,2%)

83 (92,2%)

148 (91,9%)

207 (93,7%)

ohne Angabe

0 (0%)

3 (4,1%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

Todesursache

an der gemeldeten Krankheit

2 (1,7%)

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

1 (0,5%)

aufgrund anderer Ursache

9 (7,5%)

5 (6,8%)

7 (7,8%)

12 (7,5%)

10 (4,5%)

nicht verstorben

109 (90,8%)

69 (93,2%)

83 (92,2%)

148 (91,9%)

207 (93,7%)

ohne Angabe

0 (0%)

0 (0%)

0 (0%)

1 (0,6%)

3 (1,4%)

infiziert oder kolonisiert

infiziert

28 (23,3%)

12 (16,2%)

14 (15,6%)

44 (27,3%)

59 (26,7%)

kolonisiert

73 (60,8%)

43 (58,1%)

47 (52,2%)

60 (37,3%)

102 (46,2%)

ohne Angabe

19 (15,8%)

19 (25,7%)

29 (32,2%)

57 (35,4%)

60 (27,1%)

Nachweis einer Carbapenemase

Carbapenemase (-Gen) nachgewiesen

42 (35,0%)

36 (48,6%)

44 (48,9%)

96 (59,6%)

135 (61,1%)

kein(e) Carbapenemase (-Gen) nachgewiesen

17 (14,2%)

9 (12,2%)

14 (15,6%)

10 (6,2%)

19 (8,6%)

unbestimmte Carbapenemaseresistenz

61 (50,8%)

29 (39,2%)

32 (35,6%)

55 (34,2%)

67 (30,3%)

Interquartilsabstand (IQR) als Maß der Streuung. Dargestellt sind absolute Fallzahlen (prozentualer Anteil).

4.4.3 Darstellung der Anzahl der Enterobacterales-Meldefälle nach Region

Auch bei den Enterobacterales sind regionale Unterschiede zu beobachten (Abbildung 21). Die gemeldeten Fälle stammen aus allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg. Für die kreisfreie Stadt Cottbus wurden die meisten Fälle im Verhältnis zur Zahl der Einwohner/-innen gemeldet (12 Fälle auf 100.000 Einwohner/-innen). Dabei waren in den Daten keine Angaben zu Reiseexpositionen vermerkt. Mit mehr als 10 Fällen pro 100.000 Einwohner/-innen wiesen auch die Landkreise Havelland und Teltow-Fläming höhere Fallzahlen im regionalen Vergleich zu anderen Landkreisen auf, auch hier ohne Auslandsbezug. Die angegebenen Expositionsorte lagen vorranging im selben bzw. benachbarten Landkreis in Brandenburg oder teilweise in Berlin bzw. weiteren Bundesländern.

Abbildung 21: Enterobacterales-Fälle pro 100.000 Einwohner/-innen in Brandenburg nach Landkreis/ Kreisfreier Stadt im Jahr 2023

4.4.4 Darstellung der Enterobacterales-Meldefällen nach Geschlecht, Alter und Schweregrad

Die Verteilung der Enterobacterales-Meldungen nach Altersgruppe und Geschlecht ist in Abbildung 22 (A) veranschaulicht. Bei beiden Geschlechtern waren alle Altersgruppen vertreten, wobei der Hauptteil der Fälle in die Altersgruppe der 60-79-Jährigen fiel (Männer: 63,2 %, Frauen: 44,9 %, bezogen auf alle Enterobacterales-Fälle in 2023). Knapp 6 % der Fälle verstarben (ein Fall an der gemeldeten Infektion mit EBC).

Abbildung 22: Anzahl an Enterobacterales-Meldungen in Brandenburg nach Alter und Geschlecht (A) sowie Anzahl der hospitalisierten Fälle bzw. Todesfälle im Vergleich zu allen Meldefällen mit Enterobacterales (EBC) (B) im Jahr 2023

4.4.5 Verteilung der gemeldeten Gattungen von Enterobacterales im zeitlichen Verlauf

Die Verteilung der gemeldeten Erreger gruppiert auf Ebene der Gattung (z.B. Klebsiella aerogenes und Klebsiella pneumoniae zusammengefasst als Klebsiella spp.) wird in Abbildung 23 dargestellt. Die vorherrschenden Spezies gehörten zu der Gattung Klebsiella (>45 %). Die zweit- und dritthäufigste Gattung stellten im Jahr 2023 Citrobacter und Enterobacter dar.

Abbildung 23: Anzahl an Enterobacterales-Meldungen in Brandenburg nach Erreger in den Jahren 2019-2023

4.4.6 Verteilung der gemeldeten Carbapenemasen bei Enterobacterales im zeitlichen Verlauf

Die Abbildung 24 zeigt die Verteilung der Carbapenemasen der Enterobacterales-Meldefälle, bei denen ein Carbapenemasegen nachgewiesen wurde. Am häufigsten wurden Carbapenemasen vom Typ OXA (speziell OXA-48) gemeldet. Der Anteil der NDM Carbapenemasen lag in 2023 erneut auf über 20%. Zusätzlich war ein Anstieg der KPC Carbapenemasen zu beobachten von 7,6 % (2022) auf 15,1 % (2023). Auch der Anteil der VIM Carbapenmemasen nahm leicht von 15,2 % (2022) auf 17,8 % (2023) zu. Über die letzten 5 Jahre wurden 30 Fälle mit einer Doppelcarbapenemase (VIM und KPC, VIM und OXA, NDM und OXA, OXA und OXA) gemeldet. Davon 14 Fälle allein im Jahr 2023. Zusätzlich gab es im Jahr 2022 ein Fall mit einer Dreifachcarbapenemase (KPC, OXA, NDM) sowie ein Fall einer Vierfachcarbapenemase (dreifach OXA und NDM).

Abbildung 24: Anzahl an Enterobacterales-Meldungen in Brandenburg mit Nachweis einer Carbapenemase in den Jahren 2019-2023

4.4.7 Entwicklung ausgewählter Enterobacterales in ARS-Brandenburg

Bekannte Vertreter der Enterobacterales, die zu den häufigsten Erregern in Blutkulturen in ARS-Brandenburg zählten sind Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae. Daher wurden diese beiden Erreger ausgewählt und der Anteil ihrer Nachweise an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg sowie die Resistenzentwicklung der Isolate im Folgenden näher beschrieben.

In Abbildung 25 ist die Entwicklung der Escherichia coli-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen dargestellt. Die Anteile an allen Nachweisen gingen in Blutkulturen minimal von 17,9 % auf 16,6 % zurück. In allen Materialien pendeln die Anteile zwischen 20 und 23 %.

Abbildung 25: Anteile von E. coli an allen Isolaten in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material


Die Abbildung 26 visualisert die Resistenzentwicklung der E. coli-Isolate in ARS-Brandenburg nach Material und Setting. Im Folgenden werden nur einige der Ergebnisse zu einzelnen Wirkstoffen aufgeführt. Insgesamt bleiben die Resistenzanteile für die einzelnen Wirkstoffe über die Zeit relativ stabil. Es zeigte sich jedoch ein Anstieg der Resistenzrate für Piperacillin (insbesondere im stationären Bereich und in Isolaten aus Urinproben). Die Resistenzanteile liegen über 40 %. Auch für Ampicillin/Sulbactam sowie Cotrimoxazol waren die Resistenzanteile mit >20 % bzw. >16-17 % eher hoch.
Für Tobramycin zeigte sich im stationären Setting ein starker Abfall der Resistenzanteile von 27,2 % (2019) auf 1,6 % (2023). Zu beachten ist allerdings, dass die Anzahl an Isolaten, welche auf eine Tobramycin-Resistenz getestet wurden, im Jahr 2023 stark reduziert war (von 158 im Jahr 2019 auf 63 im Jahr 2023). Spezielle Gründe für die reduzierte Testung von Isolaten sind dabei nicht bekannt.
Fosfomycin, Nitrofurantoin und Pivmecillinam sind insbesondere für die Behandlung von Harnwegsinfektionen mit E. coli relevant [37].   In ARS-Brandenburg zeigte sich eine hohe Sensibilität der getesteten Isolate im Urin gegenüber Fosfomycin und Nitrofurantoin. Für Pivmecillinam selbst waren nicht genug Isolate getestet worden. Stattdessen wurde Mecillinam betrachtet, welches etwas höhere Resistenzanteile aufwies im Vergleich zu Fosfomycin und Nitrofurantoin.
Trimethoprim zählt ebenfalls als Wirkstoff der 1. Wahl [37], zeigte hier jedoch recht hohe Resistenzanteile von >20 %.

Abbildung 26: Resistenzanteile von E. coli gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material


Abbildung 27 beschreibt die Entwicklung der Klebsiella pneumoniae-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen. Die Anteile an allen Nachweisen pendeln um die 3 % (in Blutkulturen) bzw. 4 % (alle Materialien).

Abbildung 27: Anteile von K. pneumoniae an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

Die Abbildung 28 beschreibt die Resistenzentwicklung der K. pneumoniae-Isolate in ARS-Brandenburg nach Material und Setting. Im Folgenden werden nur einige der Ergebnisse zu einzelnen Wirkstoffen aufgeführt. Es zeigten sich niedrige Resistenzanteile für die Carbapeneme (Meropenem und Imipenem) in allen Settings und Materialien von < 5 %. Aminopenicilline, wie Amoxicillin oder Ampicillin zeigten höhere Resistenzanteile aber mit abnehmender Tendenz auf 13,6 % bzw. 16,2 % im stationären Sektor. Im ambulanten Setting zeigte sich jeweils im Jahr 2022 eine Zunahme der Resistenzanteile von 9,8 % auf 20,7 % (Amoxicillin) bzw. 21 % auf 28,9 % (Ampicillin), die im Jahr 2023 wieder auf 11,7 % abfielen (Amoxicillin) bzw. ähnlich hoch blieben 29,4 % (Ampicillin). Für die Behandlung systemischer Infektionen mit K. pneumoniae wird neben den Carbapenemen auch die Kombination Piperacillin/Tazobactam empfohlen [38]. Hier zeigte sich in Isolaten aus Blutkulturen ein leichter Anstieg der Resistenzanteile im Jahr 2021 und 2022 (von 3,8 % im Jahr 2020 auf 10,7 %), jedoch ist die Resistenzentwicklung hier wieder rückläufig (Anteil von 8,3 % im Jahr 2023). Auch für Gentamicin liegen niedrige Resistenzanteile vor mit <1,5 % im Zeitraum der Auswertung (Filter: Blutkultur).

Abbildung 28: Resistenzanteile von K. pneumoniae gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

4.5 Pseudomonas aeruginosa

4.5.1 Entwicklung der Pseudomonas aeruginosa-Nachweise in ARS-Brandenburg

Die Entwicklung der Pseudomonas aeruginosa-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen ist in Abbildung 29 dargestellt. In allen Materialien pendeln die Anteile an allen Nachweisen um die 3 %. In Blutkulturen zeigte sich ein leichter Anstieg von 1,1 % (2019) auf 1,4 % (2021), der in den folgenden beiden Jahren auf unter 1 % abfiel (0,7 % im Jahr 2023).

Abbildung 29: Anteile von Pseudomonas aeruginosa an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

4.5.2 Resistenzentwicklung der Pseudomonas aeruginosa-Isolate in ARS-Brandenburg

Die Abbildung 30 visualisiert die Resistenzentwicklung der P. aeruginosa-Isolate in ARS-Brandenburg nach Material und Setting. Im Folgenden werden nur einige der Ergebnisse zu einzelnen Wirkstoffen aufgeführt. Wie im Kapitel 4.1 Hintergrund beschrieben, besitzt der P. aeruginosa bereits von Natur aus eine Vielzahl an Antibiotikaresistenzen, welche ihm unter Antibiotikatherapie einen Selektionsvorteil bieten [39]. Die Anteile an Carbapenem-resistenten Isolaten sind laut den Brandenburger ARS-Daten moderat bis niedrig. Es zeigen sich niedrigere Resistenzanteile für Meropenem im Vergleich zu Imipenem, auch wenn die Resistenzanteile für Imipenem insgesamt rückläufig waren.
Für Piperacillin/Tazobactam waren geringere Resistenzanteile von <10 % zu beobachten, ledigleich bei den respiratorischen Isolaten lagen die Anteile höher mit 15,3 % für 2023. Die Resistenzanteile für Ceftazidim und Cefepim lagen stabil unter 10 % (für Isolate aus dem stationären und ambulanten Bereich sowie aus Urin) und für respiratorische Isolate leicht darüber (Ceftazidim). Auswertungen zu Isolaten aus Blutkulturen konnten nicht vorgenommen werden, da zu wenig getestete Isolate (<50) zur Verfügung standen.

Abbildung 30: Resistenzanteile von Pseudomonas aeruginosa gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

4.6 Einordnung und Diskussion der Ergebnisse

Sowohl für die Enterobacterales als auch für Erreger der Gattung Acinetobacter sind steigende Meldefallzahlen zu beobachten, auch wenn bezüglich Acinetobacter die Größenordnung weit unter den Meldezahlen der Enterobacterales liegt. Im Vergleich zum MRSA zeigen die gramnegativen Erreger also eine gegenteilige Entwicklung.
Bei den gramnegativen Erregern mit Carbapenemresistenz sind alle Infektionen und Kolonisationen meldepflichtig und daher in den dargestellten Daten berücksichtigt. Das Screeningverhalten der Einrichtungen beeinflusst dabei die Anzahl der gemeldeten Fälle, indem durch verstärkte Screeningmaßnahmen insbesondere in Bereichen mit höherem Risiko auch mehr Kolonisationen nachgewiesen werden [40]. Die KRINKO empfiehlt ein risikoadaptiertes Screening auf 4MRGN und je nach Erreger geeignete Screeningproben zu entnehmen (meist Rektalabstriche) [36]. In diesem Zusammenhang kommt der Begriff „Diagnostic Stewardship” zum Tragen, welcher die Strategie, durch einen optimierten Einsatz diagnostischer Mittel falsche und unnötige Diagnostik zu verhindern, beschreibt. Dadurch können falsch positive Befunde (z.B. durch kontaminierte Blutkulturen) oder falsch negative Befunde (z.B. aufgrund falscher Lagerung der Proben oder zu wenig bzw. ungeeignetes Probenmaterial) verringert werden [41].
Im Folgenden soll auf die Resistenzsituation der betrachteten Erreger im Kontext der Situation in Deutschland und Europa näher eingegangen werden. Erneut werden hier die Daten “ECDC Surveillance Atlas of Infectious Diseases” genutzt. Da diese jedoch nur invasive Isolate aus Blutkultur und Liquor berücksichtigen [15], werden zum Vergleich die Brandenburger Resistenzanteile aus Blutkultur-Isolaten herangezogen, sofern ausreichend Isolate getestet wurden (Abbildung 31).
Für E. coli zeigen sich in Bezug auf die Carbapeneme europaweit niedrige Resistenzanteile. Deutschland lag ebenso wie Brandenburg 2023 bei 0 % (in Blutkultur) [15]. Die Resistenzlage bei den Flourchinolonen ist hingegen problematischer. Hier zeigte sich ein europäisches Nord-Süd/Ost-Gefälle. Deutschland wies einen Resistenzanteil von 16,7 % auf (Brandenburg: 17,0 % in Blutkultur). Länder wie Zypern (2023: 42,9 %) und Griechenland (2023: 37,8 %) hatten dagegen einen hohen Anteil an Isolaten von E. coli mit einer Resistenz gegen Flourchinolone [15].   Bezüglich K. pneumoniae gehört Deutschland mit 1,1 % in 2023 (Brandenburg: 0 % in Blutkultur) auch im Europavergleich zu den Ländern mit den niedrigeren Resistenzanteilen bei den Carbapenemen [15]. Hier zeigte sich ebenfalls ein Nord-Süd/Ost-Gefälle: während z.B. die Skandinavischen Länder Anteile von <1 % aufwiesen, hatten Länder wie Bulgarien (2023: 56,8 %) und Griechenland (2023: 69,7 %) einen sehr hohen Anteil an Isolaten von K. pneumoniae mit einer Resistenz gegen Carbapeneme [15]. Ähnlich zu E. coli ist auch hier die Resistenzlage der Flourchinolone kritischer. Deutschland wies einen Resistenzanteil von 11,7 % auf (Brandenburg: 13,1 % in Blutkultur). Länder im Süd-Osten Europas wie Bulgarien (2023: 73,3 %) und Griechenland (2023: 76,9 %) zeigten sehr hohe Resistenzanteile [15].
Für P. aeruginosa zeigen sich in Bezug auf die Carbapeneme europaweit mittlere bis sehr hohe Resistenzanteile. Deutschland lag bei 12,5 % in 2023 [15]. Für Brandenburg waren nur wenige Blutkultur-Isolate (<50) getestet worden, sodass diese Daten in der Abbildung 30 bzw. 31 nicht dargestellt sind. Die höchsten Resistenzanteile wiesen Griechenland (2023: 53,4 %) und Rumänien (2023: 52,7 %) auf [15]. Bei den Flourchinolonen ist in Deutschland eine etwas bessere Resistenzlage als bei den Carbapenemen zu beobachten mit einem Resistenzanteil von 9,1 %. Für Brandenburg waren zu wenig Isolate (<50) verfügbar. Länder wie Rumänien (2023: 49,2 %) und Griechenland (2023: 52,0 %) waren dagegen im hohen bis sehr hohen Bereich [15].
Für Acinetobacter spp. lagen zu wenig Isolate aus Blutkulturen vor, sodass hierzu keine Aussagen für Brandenburg getroffen werden können. Für Isolate aus allen Materialien zeigte sich in Brandenburg ein Rückgang des Anteils an Isolaten, die eine Resistenz gegenüber Carbapenemen aufwiesen. Der Resistenzanteil in invasiven Isolaten für Deutschland lag bei 3,0 %, während in Europa in einigen Ländern (Litauen, Kroatien, Bulgarien, Griechenland, Zypern, Rumänien, Polen und Italien) sehr hohe Resistenzanteile von >75% berichtet wurden [15]. Gegenüber Fluorchinolonen wurden für Brandenburg jedoch steigende Anteile beobachtet, insbesondere im Jahr 2023. Dabei lagen die Resistenzanteile deutlich über den Werten für Deutschland (Brandenburg: 19,6 %, alle Materialien; Deutschland: 4,5 % invasive Isolate [15], bzw. für Acinetobacter Baumannii Komplex: ca. 7 % im stationären Sektor, alle Materialien [10]). Auch wenn aufgrund der unterschiedlichen Materialien (alle vs. invasiv) und der Erregerspezifikation (Acinetobacter spp. vs. ACB-Komplex) ein direkter Vergleich schwierig ist, sollte die Resistenzentwicklung von Acinetobacter gegenüber den Fluorchinolonen in Brandenburg weiterhin beobachtet werden. Im Europa-Vergleich bestehen in den Süd/Ost-europäischen Ländern (Litauen, Lettland, Polen, Kroatien, Bulgarien, Griechenland, Zypern, Rumänien und Italien) sehr hohe Resistenzanteile von >75 % [15].


Abbildung 31: Resistenzanteile der ausgewählten Erreger-Wirkstoff-Beziehungen gramnegativer Erreger in ARS-Brandenburg gegenüber Deutschland und Europa im Jahr 2023

Bezüglich der Carbapenemasen ist in den Meldedaten eine Zunahme einzelner Typen zu beobachten. Des Weiteren kommt es verstärkt zum Auftreten von Kombinationen aus mehreren Carbapenemasen bei gramnegativen Erregern. Jedoch liegen diesen Beobachtungen kleine Fallzahlen zugrunde, sodass die zukünftige Entwicklung von starkem Interesse ist. Auf nationaler Ebene zeigt sich eine ähnliche Entwicklung wie im Land Brandenburg. So wurde mit Daten des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger gezeigt, dass mit Eskalation des Ukraine-Konflikts und der damit verbundenen Fluchtbewegung seit März 2022 ein Anstieg von Fällen mit Klebsiella pneumoniae und NDM1 Carbapenemase bzw. NDM-1/OXA-48-Doppelcarbapenemase zu verzeichnen ist [34, 42].
In Brandenburg zeigten sich regionale Unterschiede bezüglich der meldepflichtigen gramnegativen Erreger. Während im Jahr 2022 der regionale Schwerpunkt für Enterobacterales-Meldungen in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) lag und teilweise durch Personen mit Bezug zur Ukraine als Expositionsort und der dort ansässigen Zweigstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Brandenburg erklärt werden konnte, waren für das Jahr 2023 für die Regionen mit höheren Fallzahlen keine Hinweise auf eine Reise- oder Fluchtexposition zu erkennen. Auch gab es keine Hinweise auf lokale Ausbruchsgeschehen, sodass an dieser Stelle keine Gründe für lokal höhere Einzelfallmeldungen angegeben werden können.
Weiterhin ist zu beachten, dass auch der Umfang der Diagnostik einen Einfluss auf die berichteten Fallzahlen nimmt. Je mehr Isolate auf das Vorliegen eines Carbapenemasegens untersucht werden, umso mehr Gennachweise können getätigt werden, die sonst nicht diagnostiziert worden wären. Bezüglich der Meldekategorie der Enterobacterales zeigte sich in den Brandenburger Daten, dass der Anteil der typisierten Isolate seit 2019 angestiegen ist. Auch das NRZ für gramnegative Krankenhauserreger berichtete von einer Zunahme von 7,4 % der Einsendungen gegenüber dem Vorjahr im Jahr 2023 [34].
Während der SARS-CoV-2-Pandemie vor allem in den Jahren 2020 und 2021 war die Anzahl der gemeldeten Fälle von Enterobacterales und Acinetobacter niedriger als in den Jahren zuvor und danach. Dies zeigte sich ebenfalls im bundesweiten Vergleich [43, 44]. Als potentielle Gründe werden verstärkte Hygienemaßnahmen in den Krankenhäusern, aber auch eine Veränderung des Patientenklientels aufgrund der Absage bzw. Verschiebung vermeidbarer medizinischer Behandlungen während des Lockdowns diskutiert [45, 46]. Die Rolle von Antibiotikaverordnungen während der SARS-CoV-2-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Resistenzentwicklung ist noch nicht abschließend geklärt. Auch wenn SARS-CoV-2-Patienten/ Patientinnen teilweise mit Antibiotika behandelt wurden, um bakterielle Koinfektionen zu vermeiden [47], so zeigte sich in Deutschland zumindest im ambulanten Bereich ein Rückgang der Antibiotika-Verordnungen während der SARS-CoV-2-Pandemie [48, 49]. Nach der Pandemie kam es europaweit zu einem Wiederanstieg der ambulanten Antibiotikaverordnungen, welcher auf die insgesamt gestiegene Krankheitslast, insbesondere hinsichtlich der Atemwegserkrankungen, zurückgeführt wird [50].

5 Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium

5.1 Hintergrund

Sowohl E. faecalis als auch E.faecium zählen zu den grampositiven Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Mensch und Tier vorkommen. Enterokokken gelten als nur bedingt pathogen und nicht stark virulent. Nosokomiale Infektionen werden insbesondere bei Personen mit geschwächtem Immunsystem beobachtet (z.B. Gefäßkatheter-assoziierte Sepsis oder Wund- und Harnwegsinfektionen). Problematisch ist dabei ihre Fähigkeit, Resistenzen zu akquirieren, insbesondere gegenüber Glykopeptidantibiotika. Vancomycin gilt hierbei als Leitsubstanz. Es haben sich aber auch Resistenzen gegen Reserveantibiotika gebildet (z.B. Linezolid) [51]. Gegenüber allen Cephalosporinen, semisynthetischen Penicillinen (z. B. Oxacillin, Monobactamen, Aminoglykosiden (low-level Resistenz), Lincosamiden und Polymyxinen besteht eine natürliche Resistenz [51]. Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) gehören zu den in Deutschland gemäß § 23 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG) durch medizinische Einrichtungen zu erfassenden Erregern, eine Meldepflicht besteht jedoch nicht [52]. Die WHO hat Vancomycin-resistente E. faecium als Pathogene mit hoher Priorität eingestuft, was die weitere Notwendigkeit zur Erforschung wirksamer Antibiotika hervorhebt [12].

5.2 Entwicklung der Enterococcus faecalis-Nachweise in ARS-Brandenburg

Abbildung 32 beschreibt die Entwicklung der E. faecalis-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen. In allen Materialien bewegen sich die Anteile an allen Nachweisen um die 6 %. In Blutkulturen zeigte sich ein leichter Rückgang von 3,1 % (2019) auf 2,1 % (2023).

Abbildung 32: Anteile von Enterococcus faecalis an allen Erregernachweisen in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

5.3 Resistenzentwicklung der Enterococcus faecalis Isolate in ARS-Brandenburg

Die Resistenzentwicklung der E. faecalis-Isolate in ARS-Brandenburg nach Material und Setting ist in Abbildung 33 dargestellt. Im stationären Setting war ein U-förmiger Verlauf für Gentamicin 500 (high level) zu beobachten mit 19,8 % (2019), 14,7 % (2021) und 17,3 % (2023). Für Levofloxacin zeigte sich ein deutlicher Rückgang von 23,7 % (2019) auf knapp 10 % (2023). Für die Wirkstoffe Ampicillin, Vancomycin, Teicoplanin und die Reserve-Medikamente Linezolid, Tigecyclin zeigte sich eine hohe Sensibilität. Im ambulanten Sektor sah die Resistenzentwicklung ähnlich aus. Für Levofloxacin zeigten sich starke Schwankungen mit einem Peak in 2019 mit 37,7 % und 2022 mit 28,6 %, während in 2023 nur noch ein Anteil von 5,8 % berechnet wurde. Allerdings wurden in 2023 nur noch halb so viele Isolate auf eine Resistenz gegen Levofloxacin getestet wie in 2022. Für Isolate aus Blutkulturen zeigte sich eine hohe Sensibilität für Vancomycin und Linezolid.

Abbildung 33: Resistenzanteile von Enterococcus faecalis gegenüber ausgewählten Antibiotika in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023 nach Material

5.4 Entwicklung der Enterococcus faecium-Nachweise in ARS-Brandenburg

In Abbildung 34 wird die Entwicklung der E. faecium-Nachweise in ARS-Brandenburg in allen Materialien bzw. in Blutkulturen veranschaulicht. In allen Materialien liegen die Anteile an allen Nachweisen stabil um die 0,1 %. In Blutkulturen zeigte sich zunächst ein leichter Anstieg der Anteile von 1,1 % (2020) auf 1,9 % (2021). Im Jahr 2023 war der Nachweisanteil wieder geringer (1,6 %).

Abbildung 34: Anteile von Enterococcus faecium an allen Erregernachweisen in Blutkultur in ARS-Brandenburg im zeitlichen Verlauf 2019-2023

5.5 Resistenzentwicklung der Enterococcus faecium Isolate in ARS-Brandenburg

Enterokokken werden oft (besonders in Urinproben oder Abstrichen) nicht bis auf Speziesebene differenziert, sondern als Enterococcus spp. übermittelt. Daher kann es bei E. faecium-Isolaten, die nicht aus Blutkulturdaten stammen, zu einer Verzerrung der Resistenzanteile kommen. Aus diesem Grund sollten für die Darstellung der Resistenzentwicklung der E. faecium-Isolate nur Ergebnisse aus Blutkulturen präsentiert. Da hierfür jedoch zu wenig getestete Isolate in ARS-Brandenburg vorlagen, können an dieser Stelle keine Ergebnisse gezeigt werden.

5.6 Einordnung und Diskussion der Ergebnisse

In Bezug auf E. faecalis und die high-level Gentamicin-Resistenz liegt Deutschland europaweit im unteren Mittelfeld mit 11,1 % (Abbildung 35) [15]. Für Brandenburg waren über die Zeit nicht genügend Isolate in Blutkulturen getestet worden. Für Lettland ist die Lage dagegen mit 99 % dramatisch. Auch Länder wie Polen und Rumänien (jeweils ca. 47 %) weisen hohe Resistenzanteile auf. Am geringsten ist der Resistenzanteil in Norwegen mit 4,3 %. Für Vancomycin sieht die Lage deutlich besser aus. Deutschland zeigt einen niedrigen Resistenzanteil von 0,1 % (Brandenburg: 0 %, Blutkultur 2023) und auch in anderen Ländern, die bezüglich anderer Erreger-Wirkstoff-Kombinationen im Hochresistenzbereich liegen, wie Lettland (6,0 %) und Griechenland (6,5 %) und Polen (5,3), ist die Resistenzlage günstig [15]. Ein Gesamtwert für Europa wurde nicht veröffentlicht, sodass Vancomycin in Abbildung 35 nicht dargestellt ist.
In Bezug auf E. faecium und die high-level Gentamicin-Resistenz liegt Deutschland mit 57,9 % bereits im sehr hohen Resistenzbereich [15]. In den letzten Jahren zeigte sich hier ein starker Anstieg, da der Anteil in 2017 noch bei 15,1 % lag [15]. Die Lage ist mit den höchsten Resistenzanteilen in den Niederlanden (75 %) und in Lettland (97,8 %) sowie den geringsten Werten in Schweden (14 %) und Estland (10,5 %) europaweit schwierig [15]. Ein Gesamtwert für Europa wurde nicht veröffentlicht, sodass high-level Gentamicin in Abbildung 35 nicht dargestellt ist. Auch bezüglich der Vancomycinresistenz liegt Deutschland mit einem Resistenzanteil von 13,1 % nur im Mittelfeld [15]. Skandinavien, die Niederlande und Island liegen seit 2020 niedriger als 1,3 %. Litauen und Griechenland haben dagegen mit ca. 60 % die höchsten Resistenzanteile [15]. Für Brandenburg waren über die Zeit nicht genug Isolate getestet worden, sodass keine Ergebnisse in Abbildung 35 veranschaulicht wurden.

Abbildung 35: Resistenzanteile der ausgewählten Erreger-Wirkstoff-Beziehungen in Deutschland und Europa im Jahr 2023

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassend beinhaltet der vorliegende Bericht eine umfassende Darstellung der Situation in Brandenburg hinsichtlich der meldepflichtigen Erreger mit bestimmten Resistenzen sowie der brandenburgspezifischen Daten aus dem nationalen ARS-Surveillance System. Insgesamt zeigen die MRSA-Meldungen in Brandenburg seit Jahren eine rückläufige Entwicklung, während in Bezug auf die gramnegativen Erreger das Gegenteil zu beobachten ist. Die Resistenzlage der verschiedenen Erreger-Wirkstoff-Kombinationen ist vielfältig. Während Brandenburg im Vergleich zu Deutschland und auch im europaweiten Vergleich meist niedrige Resistenzanteile aufweist (Tabelle 4), so sind bestimmte Gruppen antibiotikaresistenter Erreger aber weiterhin von hoher Bedeutung. Dazu gehören insbesondere gramnegative Erreger mit Carbapenemasen, vor allem solche mit mehrfach- Carbapenemasen oder mit bisher in Deutschland seltener nachgewiesenen Carbapenemasen. Bei den meldepflichtigen Erregern waren sowohl Geschlechtsunterschiede als auch regionale Unterschiede zu beobachten. Männer ab 60 Jahren stellen hierbei eine Risikogruppe dar. Auch Reise- und Fluchtbewegungen wirken sich auf die Verbreitung bestimmter Erreger aus. Diese Beobachtungen sollten sowohl in der Prävention als auch in der Diagnostik bzw. im Screening berücksichtigt werden. Welche langfristigen Folgen Fluchtbewegungen auf die Lage im Land Brandenburg haben werden, bleibt abzuwarten. In Bezug auf die SARS-CoV-2-Pandemie können langfristige Auswirkungen für Brandenburg anhand der vorliegenden Daten nicht eingeschätzt werden. Zwar scheinen sich in Bezug auf die Meldedaten prä-pandemische Trends fortzusetzen, jedoch können mögliche langfristige Auswirkungen der Pandemie auf z.B. Hygienestandards oder Antibiotikaverordnungsverhalten nicht abgebildet werden. Auch wenn die Daten aus ARS-Brandenburg bereits eine gute Abdeckung aufweisen, so kann die Datengrundlage durch die Teilnahme weiterer Labore verbessert werden. Dadurch wird eine umfassende Darstellung der regionalen Resistenzsituation ermöglicht, welche insbesondere für die Bewertung einrichtungsspezifischer Resistenzdaten hilfreich sein kann. Das LAVG hat sich zum Ziel gesetzt, die Berichterstattung zukünftig um weitere Datenquellen zu erweitern. So könnten Daten aus dem ambulanten und stationären Versorgungsbereich zu Antibiotikaverbräuchen dazu beitragen, eine umfassendere Gesamteinschätzung zu generieren. Der vorliegende Bericht soll weiterhin genutzt werden, um auf der Datenbasis aufbauend und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachexpertisen eine Brandenburgische Strategie gegen die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu entwickeln.

7 Resistenzsituation in Brandenburg im Vergleich zu Deutschland und Europa

Die Daten der Tabelle 4 sind in den Abbildungen bei der Diskussion der Ergebnisse zu den jeweiligen Erregern bereits visualisiert worden. Zur besseren Übersicht wurden sie hier nocheinmal tabellarisch im zeitlichen Verlauf dargestellt. Zu beachten ist, dass diese Daten aus Blutkulturen stammen.

Tabelle 4: Resistenzsituation in Brandenburg 2019 – 2023 im deutschlandweiten und europäischen Vergleich [15, 53]

Erreger-Wirkstoff
Brandenburg
Deutschland
EARS-NET Teilnehmer
2019 2020 2021 2022 2023 2019 2020 2021 2022 2023 2019 2020 2021 2022 2023
Escherichia coli
Fluorchinolone 11,3 9,4 6,8 7,2 17,0 17,5 16,5 14,7 15,2 16,7 26,2 25,1 23,3 23,3 24,0
Cephalosporine 3. Gen.  7,5 5,5 4,4 6,9 7,1 11,5 10,4 9,1 9,4 9,7 16,8 15,8 14,9 15,4 16,2
Aminoglykoside 4,3 3,7 2,5 3,7 5,1 8,3 7,5 5,6 5,1 5,4 11,4 11,6 10,3 10,3 10,9
Carbapeneme 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,4 0,2 0,2 0,2 0,3
Klebsiella pneumoniae
Fluorchinolone 4,4 6,2 8,6 7,1 13,1 13,1 11,7 10,9 11,9 11,7 34,6 34,9 35,2 33,4 33,7
Cephalosporine 3. Gen.  3,3 2,5 7,4 8,3 9,5 12,2 10,9 10,4 10,6 10,0 34,8 35,0 35,9 34,1 34,8
Aminoglykoside 1,1 1,2 1,2 0,0 1,2 7,3 5,6 4,3 4,3 4,0 24,7 24,6 24,9 23,5 23,6
Carbapeneme 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,9 0,5 0,8 1,1 1,1 10,4 11,6 13,6 12,7 13,3
Pseudomonas aeruginosa
Fluorchinolone 13,4 10,6 10,0 9,8 9,1 21,6 20,4 19,6 19,4 17,9
Aminoglykoside 4,1 2,0 1,9 2,2 1,7 13,4 10,2 9,7 9,5 9,5
Carbapeneme 12,9 13,9 14,8 13,2 12,5 19,1 18,8 19,2 20,0 18,6
Acinetobacter spp.
Fluorchinolone 5,0 4,8 5,6 5,0 4,5 45,8 47,4 49,5 44,6 42,4
Aminoglykoside 4,2 4,7 4,2 4,7 2,7 40,8 42,1 45,7 39,0 36,7
Carbapeneme 2,2 3,1 4,3 3,6 3,0 41,8 44,0 46,6 42,1 40,1
Staphylococcus aureus
Methicillin 3,7 2,7 4,0 4,3 2,5 6,7 5,5 4,9 4,0 4,4 18,2 17,5 17,1 16,0 15,8
Enterococcus faecalis
High-level-Gentamicin 18,0 16,2 14,5 11,3 11,1 27,7 29,0 28,9 25,2 24,3
Enterococcus faecium
Vancomycin 26,3 22,3 21,6 18,3 13,1 20,7 19,7 19,9 20,6 19,8
Anteil resistenter (R) Isolate an allen getesteten Isolaten aus Blutkultur und Liquor (in Prozent). Betrachtete Wirkstoffe je Antibiotikagruppe: Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Ofloxacin), Cephalosporine 3. Generation (Cefotaxim, Ceftazidim, Ceftriaxon), Aminoglycoside (Gentamicin, Tobramycin), Carbapeneme (Imipenem, Meropenem). Für Acinetobacter spp., Pseudomonas aeruginosa, E.faecium und E. faecalis waren in Brandenburg keine Angaben aus Blutkulturen möglich, da zu wenig Isolate verfügbar waren.

8 Literatur

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Dieser Bericht wurde mit der Statistiksoftware R (version 4.4.3) erstellt, die Interaktivität der Grafiken wurde mittels plotly.js (v2.11.1) realisiert.



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