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Psychische Belastungen

Psychische Belastungen gewinnen durch Veränderungen in der Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung. Faktoren wie Zeit- und Termindruck, Informationsüberflutung, Arbeitsplatzunsicherheit, psychosoziale Konflikte nehmen zu. Sie können bei den Beschäftigten zu vielfältigen gesundheitlichen Problemen und damit in der Folge zu hohen Kosten für die Betriebe und die Gesellschaft führen.

Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sind Arbeitgeber verpflichtet, ihre Arbeitsplätze hinsichtlich möglicher Gefährdungen zu beurteilen. Dazu gehören auch die psychischen Belastungen.

Dabei sind

  • Arbeitsinhalt,
  • Arbeitsorganisation,
  • Arbeitsumwelt und
  • soziale Beziehungen

zu bewerten und Maßnahmen zu deren Optimierung abzuleiten und umzusetzen.

Gelingt dieses nicht, können psychische Fehlbelastungen entstehen. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen und Arbeitsunfälle. Kurzfristig können sie bei den Beschäftigten zu psychischer Ermüdung, psychischer Sättigung und Stress führen. Mittel- und langfristige Folgen können Befindensstörungen und Erkrankungen sein, die sich in häufigen Fehlzeiten niederschlagen und nicht selten in Berufsunfähigkeit und Frühverrentung führen.

Überdurchschnittliche Unfallhäufigkeit, hoher Krankenstand, starke Fluktuation, Leistungs-schwankungen, Qualitätsmängel in der Arbeit sowie häufige soziale Konflikte können erste Anzeichen für das Vorliegen psychischer Fehlbelastungen sein.

Für die Beurteilung der psychischen Belastung im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung stehen drei methodische Ansätze zur Verfügung, welche einzeln oder in Kombination eingesetzt werden können:

  • Beobachtungsinterviews,
  • standardisierte schriftliche Mitarbeiterbefragungen,
  • moderierte Analyseworkshops.

Zur Vermeidung von psychischen Fehlbelastungen sind folgende Maßnahmen zu empfehlen:

  • Tätigkeiten mit vorbereitenden, ausführenden und kontrollierenden Aufgaben schaffen
  • Handlungs- und Entscheidungsspielräume bei der Ausführung gewähren (z. B. zu Methoden, zum Ablauf, zur Reihenfolge der Handlungen)
  • Tätigkeiten abwechslungsreich gestalten
  • Informationsangebot optimieren
  • Arbeitszeit nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestalten
  • Beschäftigte qualifikationsgerecht einsetzen und Fortbildung ermöglichen
  • Beratung und Unterstützung bei Problemen anbieten
  • regelmäßig Rückmeldung und Anerkennung geben
  • Arbeitsplatz ergonomisch gestalten und negative Umgebungsfaktoren  (z. B. Lärm, Hitze) vermeiden
  • Entscheidungen transparent machen

Zuständig für Fragen zu psychischen Belastungen ist im Land Brandenburg das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG).

Weitere Informationen:
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Norm DIN EN ISO 10075: Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung
    Teil 1:  Allgemeines und Begriffe (2000)
    Teil 2:  Gestaltungsgrundsätze (2000)